Mitarbeiter sind keine Ressource – oder warum HR überholt ist

Gleich zu Beginn einige Gretchen-Fragen an Dich: Ist Personal ein Kostenfaktor oder ein Leistungsträger? Wäre es im Dienstleistungs-Sektor nicht logisch, dass Mitarbeiter für die Marktleistung am Wichtigsten sind? Ist Human Resources dann das richtige Etikett und HR nicht unterbewertet?

new mindset

HR managt das Humankapital, die Buchhaltung das Finanzkapital?

Die Personalabteilung heißt seit einiger Zeit Human Resources (HR), weil das wohl schicker  oder wichtiger klingt. Aber – nomen est omen – diese technokratische Bezeichnung verrät einiges über die Haltung, die dahinter steckt. Wertschätzung sieht anders aus.

„Eine Ressource kann ein materielles oder immaterielles Gut sein. In der Betriebs- und Volkswirtschaft sowie Organisationen werden darunter meist Betriebsmittel, Geldmittel, Boden, Rohstoffe, Energie oder Personen und (Arbeits-)Zeit verstanden.“ (Wikipedia)

Die kapitalistische Gegenwart ist von einer Geldschwemme gekennzeichnet, Technologie muss nicht selbst entwickelt werden, sondern kann man kaufen. Der Fachkräftemangel dagegen ist nicht nur in der Event-Branche spürbar. Die Rezepte zur effektiven Mitarbeiterfindung und -bindung sind Legion. Sie haben eines gemeinsam: Personalentwicklung und eine profilierte Arbeitgebermarke stehen im Zentrum. Seien wir also konsequent und gehen einen Schritt weiter.

People & Culture – das emotionale Cockpit eines Unternehmens

Vereinzelt begegnet man einer neuen Bezeichnung für die Personalverwaltung - People & Culture. Stellt sich die Frage: Alter Wein in neuen Schläuchen? Ein entschiedenes Nein.

PEOPLE: Personalarbeit muss heute die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Agilität auf allen Ebenen möglich ist. Damit dies funktioniert, muss der Mensch im Mittelpunkt stehen. „Was brauchen unsere Mitarbeiter heute und in Zukunft?“ oder „Wie können wir für ein positives Arbeitserlebnis sorgen?“ Das ist nichts weniger als ein Paradigmen-Wechsel!
Damit wird die Arbeitswelt vom Kopf auf die Füsse gestellt. Investitionen in die Belegschaft stehen mindestens auf der gleichen Stufe wie Investitionen in den Maschinenpark.

CULTURE: Die Kultur eines Unternehmens ist mehr als ein Wohlfühlfaktor.Die Unternehmenskultur….bezeichnet 
alle vorherrschenden Werte, Normen und Einstellungen, die Entscheidungen, Handlungen und Verhaltensweisen innerhalb eines Unternehmens bestimmen……Die Unternehmenskultur besteht aus über die Jahre angeeignetem Verhalten, ungeschriebenen Regeln, Einstellungen und Umgangsformen. Diese beeinflussen den Unternehmens-alltag zum Teil bewusst, zum größten Teil jedoch unbewusst. Es geht um Machtverhältnisse und Führung, um Kommunikationsweisen, Organisationsform und Struktur, die Arbeitsumgebung und die Einrichtung, um Werte und Normen.“
https://www.clevis.de/ratgeber/unternehmenskultur/
Flapsig gesprochen – darum muss sich doch jemand kümmern!

Welche Unternehmen verwenden bereits die neue Bezeichnung People & Culture? (Eine Zufalls-Recherche)

d.velop AG

Software für Dokumentenmanagement

Volksbank Karlsruhe/Baden-Baden

Finanzwirtschaft

IKEA

Einzelhandel

Porsche Consulting

Unternehmensberatung

Roche Diagnostics

Pharma

Werbeagentur Kolle Rebbe

Werbung

ThyssenKrupp

Industrie

Brockhaus AG

Medienwirtschaft

Werbeagentur Scholz & friends

Werbung

United Internet

Internet

Varengold Bank

Finanzwirtschaft

 

Fazit für die Unternehmensführung

Mit dem Fokus auf Kultur stärkt man also die Menschlichkeit in einer Organisation. Im Wettbewerb um junge Talente, um Fach- und Führungskräfte punktet man mit Wertschätzung, sinnvollen Aufgaben und Chancen zur individuellen Weiterentwicklung. Es geht um Haltung und die Aussenwirkung!

Die Personaler tun sich auch selbst einen Gefallen, denn sie bessern ihr innerbetriebliches Image auf. Studien belegen eine bemerkenswerte Differenz zwischen Selbstbild und Fremdbild: Mitarbeiter sehen die Personal-abteilung vor allem als „Administrative Experts“, während Personaler sich selbst vorwiegend als Employee Champions betrachten (Haufe-Studie HR-Image 2013).
Über allem steht aber eine AUFWERTUNG des Personalwesens. Es gehört in die Mitte des Unternehmens.

Voraussetzung für die Neubewertung ist allerdings, dass die Unternehmensspitze Kultur und Mitarbeiter als ent-scheidend für die Performance und den Markenwert erkennt. In diesem Sinne – Power to the People!

Veröffentlicht am Mo, 23.08.2021 - 16:47