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Ein fiktives Interview mit Volkwart Dams

im Gespräch mit

Meinen heutigen Gesprächspartner treffe ich in Berlin im Restaurant Zur letzten Instanz.

WR: Hallo Herr Dams, unsere Leser freuen sich, daß Sie sich auch kritischen Fragen stellen. Wieso haben Sie eigentlich Ihren Vornamen in Vok geändert?

VD: Hätten Sie das nicht getan? Das gehört halt auch zu meiner Camouflage.*

WR: Herr Dams, Sie haben sich vorhin ein Glas heiße Milch bestellt, aber sonst sind Sie nicht gerade als Milchtrinker bekannt?

VD: ????

WR: Na ja, die “Milch der frommen Denkungsart”. (Buch Mose; Schiller “Wilhelm Tell”)

VD: Das verstehe ich nicht, meine Frau geht einkaufen.

WR: Diese Milch gibt es auch nicht im Supermarkt. Kommen wir zu etwas anderem. Herr Dams, was ist der wahre Grund, daß Sie Code Rouge geschrieben haben?

VD: Sie bringen mich etwas in Verlegenheit…

WR: …eben der Heiße Stuhl…

VD: Also, um Ihre Frage zu beantworten, ein strategischer Marktführer muß die Lufthoheit über die Fachbegriffe erobern. Ich habe sehr viel von Napoleon gelernt. Sein Code Napoleon hat mich inspiriert. Wenn man den Markt beherrschen will, dann muß man viel Wortnebel einsetzen und viel Lärm mit publizistischem Trommelfeuer anfachen. Aber natürlich ist das Buch auch ein Stück Werbung in eigener Sache!

WR: Das ist ja auch völlig legitim. Wenn man aufmerksam die Fachpresse studiert und Ihre Agentur-Darstellung betrachtet, die langjährige Branchenzugehörigkeit und Ihr Ehrenamt als Vize-Präsident des FAMAB, könnte man Sie für den ungekrönten König der Event-Branche halten?

VD: Sehr schmeichelhaft, aber wahr. Das war in der Tat ein langer Weg und es hat viel Kraft und Energie gekostet. Das ging auch nicht ohne Hindernisse ab. Wo gehobelt wird, fallen auch Späne, wenn Sie verstehen was ich meine?
http://www.eventmanager.de/news/news_details.asp?NewsID=3436 Von den Agenturen gibt es selten Widerstand. Einige haben resigniert, andere interessiert das nicht, der Rest schläft tief und fest.

WR: Was ist mit der Presse?

VD: Interessante Frage. Ich frage mich auch manchmal, was haben die für ein Selbstverständnis als Journalisten? Kritisches Hinterfragen oder ähnliches habe ich selten erlebt. Die drucken brav, was wir als Pressemitteilung verschicken. (lacht) Hofberichterstattung. Ich halte es mit dem Kabarettisten Dieter Nuhr “Man glaubt jeden Stuß,
nur weil die Zeit zum Nachdenken fehlt”.

WR: Das verstehe ausnahmweise mal ich nicht.

VD: Den Stuß liefere ich!

WR: Ach so. Und im FAMAB-Präsidium? Gibt es bei Wahlen keine Gegenkandidaten oder Einwände, beispielsweise bei der Positionierung als “Verband Direkte Wirtschaftskommunikation”?

VD: Sie gefallen mir, ein scharfes Auge! Nun, die sind froh, daß es einer macht. Bei der Unterzeile sind die mir gründlich auf den Leim gegangen! In meinem Buch schreibe ich, über allem steht Live-Marketing, darunter kommt die Direkte Wirtschaftskommunikation, darunter kommt erst Event-Marketing. Verstehen Sie den Trick? Oben stehen also wir als Agentur für Events und Live-Marketing, darunter kommt der FAMAB, der nur für einen Teilbereich steht und dann, erst dann kommen die ganzen anderen Heinis, die sich Agentur für Eventmarketing schimpfen!!!!

WR: Herr Dams, können wir eine Pause machen, mir ist schlecht? Nach einiger Zeit……

WR: Vielen Dank für Ihr Verständnis, nun zu Ihrem Werdegang. Angefangen haben Sie ja als Fotograf. Heute sind Sie Chef von Deutschland’s größter Event-Agentur, zumindest in Ihrem Selbstbild. Wie kam es dazu?

VD: Danke, junger Mann für diese schöne Frage. Es ist richtig, ich begann als Fotograf und habe mich sehr bald mit Dia-Projektion, Multivision etc. beschäftigt. Dann kam die Technik dazu, na ja und dann kam dieser denkwürdige Tag im Frühjahr 1991.

WR: Sie machen es sehr spannend…

VD: Ja, ich hatte ein Gespräch bei der kogag, als die noch auf der Burger Landstraße waren, in der Tasche ein “unmoralisches” Angebot: die kogag sollte mir ihre Technik-Aufträge geben und ich würde dafür der kogag meine Agentur-Anfragen geben und auf eine Agentur-Gründung verzichten.

WR: Raffiniert, und…

VD: (amüsiert) Sie haben höflich abgelehnt und mir den Ausgang gezeigt, die Deppen. Und sie haben es in den folgenden Jahren sicher häufig bereut.

WR: Und jetzt?

VD: Jetzt stehe ich oben und in China und der halben Welt. Und dann kommt diese Krise und ich weiß nicht weiter.

WR: Vielleicht hören Sie zur Entspannung ein wenig Musik?

VD: Ja, gern, haben Sie eine Emfehlung für mich?

WR: Von Richard Wagner “Götterdämmerung”!

VD: Jetzt ist mir schlecht! Nach einem doppelten Cognac und einigen Spritzern Kölnisch Wasser….

WR: Herr Dams, seit Jahren ist ein Schwund von Agentur-Mitgliedern zu verzeichnen, es waren doch mal an die 60, jetzt noch genau 41?

VD: Damit habe ich nichts zu schaffen, es ist mir auch egal, das sind doch nur Querulanten, die meine Kreise stören.

WR: Neulich kam ich an der Katternberger Str. 54 vorbei. Mir fiel der starke Verwesungsgeruch auf?
VD: Das muß aus dem Keller gekommen sein…..

WR: Apropos, manche in der Branche nennen Sie einen Hochstapler.

VD: So eine Frechheit, wie kommt man darauf?

WR: Nun ja, ein Hochstapler ist doch jemand, der mehr zu sein vorgibt als er tatsächlich ist und daraus einen Nutzen zieht zulasten der getäuschten Person.

VD: Richtig, und jetzt?

WR: Sie behaupten doch, welweit das einzige Institut für Live-Marketing zu sein!

VD: Richtig. http://www.vokdams-ilm.de/?id=6

WR: Nein, falsch, das National Institute of Eventmanagement/Event Research Centre in Bombay existiert seit 2000 www.naemd.com und das Event Marketing Institute in Norwalk,CT www.eventmarketing.com seit Juli 2007! Den größten Bock haben Sie jedoch geschossen, daß Sie das renommierteste Institut (International EMBOK, Australien seit 1999) und seinen Gründer William O’Toole nicht kennen! Der internationale Event-Experte schlechthin, der Regierungen berät und dessen Seminare auf Monate ausgebucht sind!

VD: Jetzt haben Sie mich aber hier liegen….(wischt sich den Schweiß von der Stirn).

VD: Nehmen Sie doch nicht alles so genau. Mir ist halt jedes Mittel recht….

WR: Auch wenn nicht alle rechtens sind! Haben Sie eigentlich schon den Kodex des FME unterschrieben?

VD: Nächste Frage.

WR: Mal eine betriebswirtschaftliche Frage – bei etwa 90 festen Mitarbeitern gehört jeder siebente zur Geschäftsführung oder Geschäftsleitung. Ist das nicht eine ungünstige Relation? Auch wegen der Personalkosten?

VD: Also das müssen Sie den Colja fragen oder unseren CFO.

WR: Den was?

VD: CFO, na unseren Leiter der Buchhaltung, Hans Holzbecher.

WR: Ach so. Ich ziehe die Frage zurück. Wir müssen auch zum Ende kommen.

VD: Bitte nicht solche Anspielungen!

WR: Herr Dams, warum tun Sie sich den ganzen Stress noch an? Sie könnten doch Ihre Hobbies pflegen….

VD: Ich habe keine.

WR: Wie wäre es mit Skat – jeden Montag mit Michael Hosang und Manuel Sancha?

VD: Jetzt reicht es aber!

WR: Genau, Herr Dams, eine allerletzte Frage – was fürchten Sie am meisten?

VD: …………..daß mich jemand durchschaut.

* Zur Klarstellung: Dieses Interview hat niemals stattgefunden. Der Autor

Veröffentlicht am 4. Januar 2009  |  Kommentar schreiben


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