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Von den Besten lernen…

Matthias Kindler gründet seine eigene Masterclass. Es klingt ein wenig nach Kunstakademie, aber ein vielfach ausgezeichneter Event-Kreativer wie Matthias Kindler kann sich das leisten.

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Nun fragt man sich angesichts der Inflation von Event-Seminaren unwillkürlich: Guter Mann, aber muß das sein? Ja, denn Kindler stößt in eine Marktlücke – ein Premium-Angebot für die Ehrgeizigen, für die, die niemals aufhören zu lernen. Wissen aus 1. Hand von Top-Refereten unterschiedlicher Disziplinen des Event-Geschäftes. Denn das ist der USP, Kindler ist nur einer der Referenten, ansonsten der Rektor der Masterclass. Im März geht’s los mit “Trend Watch” und hier zur Anmeldung
http://www.masterclass-event.de/by_Matthias_Kindler/Anmeldung.html

Geschrieben am 24.01.2011 von admin

Adam + Eva unter dem Baum der Erkenntnis

adam_und_eva_award-300x187.pngAlljährlich verleiht der Branchen-Verband FAMAB e.V. die Oscars der Live-Kommunikation –ADAM für herausragende Messestände und EVA für ausgezeichnete Events. Einen wunderbar klassischen Rahmen gab Anfang November der Mannheimer „Rosengarten“ ab. Ein angenehmer Kontrast zur vorjährigen Jahrhunderthalle in Bochum. Ausverkauft! meldete der Veranstalter stolz – 1.300 Gäste füllten das Kongress-Zentrum.

Die Rückkehr ins Paradies

Ein ansprechendes Bühnenbild, vorzügliche Einspieler, eine kurzweilige Verleihungszeremonie, ein blendend aufgelegter, fach-kompetenter Moderator Christian Gálvez, Bild, Licht und Ton – alles vom Feinsten. Das konnte man nicht immer behaupten von den bisherigen Verleihungen. Angefangen von handwerklichen Fehlern aller Art bis tödlich langweiliger Preisvergabe. Ein Manko aber blieb – die Kunden fehlten im Saal und bisweilen auf der Bühne. Bei dieser Leistungs- und Nabelschau der Branche gehören die Kunden genauso ins Rampenlicht wie die Agenturen. Doch ganz ohne faule Äpfel kam man auch diesmal nicht aus, oder sollte man sagen Schlangen? Gemeint sind die Schlangen beim Check-in und am Buffet. Dennoch ein Kompliment der ausführenden Agentur pro-event und den Sponsoren.

Das Sieger-Gen

Wer oder was hat gewonnen? Gewonnen hat der Faktor DESIGN. Folgerichtig hat die Audi AG als erfolgreichster Kunde 4x Gold geholt und die Hamburger Agentur „mutabor – multichannel brand design“ stand 6x auf dem Podium. Das Establishment der besten deutschen Agenturen und Messebau-Unternehmen teilten sich redlich die Preise, Außenseiter auf dem Treppchen – Fehlanzeige. Überraschend und im Gegensatz zu den Vorjahren konnten sich die großen Networks von BBDO und GREY diesmal nicht auszeichnen, JungvonMatt gewann lediglich einmal Bronze. Die Jury traf ziemlich genau den Zeitgeist und hatte bei ihren Entscheidungen eine glückliche Hand.
Es wurde über-deutlich, wie stark der Live-Kommunikations-Markt von der Automobil- Branche abhängt, denn 9 von 31 ADAM + EVA-Preisträgern zählen zu diesem Sektor.

Social Media & Event

Erstmals nutzte der FAMAB das Mitmach-Web vor und während der Veranstaltung. Das ist mittlerweile ein gängiges Erfolgsrezept vieler Events und Publikumsmessen. Als Agentur muss man auf dieser Klaviatur spielen können. Für die teilweise belanglosen tweets kann man jedoch nicht den Veranstalter verantwortlich machen. Aber das war zu Beginn der Mobiltelefon-Ära nicht anders. Der Live-Stream auf der Website des FAMAB war ebenfalls eine Premiere und so ist auch der Verband für Direkte Wirtschafts-kommunikation im Internet-Zeitalter angekommen.

Die Trends der Live-Kommunikation

Ganz eindeutig die Interaktion zwischen Bühne und Projektion/LED-Wand! Das höchst anspruchsvolle Spiel mit den Ebenen bleibt ein Renner, das zeigten viele der einge-reichten Projekte.

Die Stadt als Bühne, Vernetzung der Kommunikationsinstrumente und Flashmobs als Instrument des Eventmarketing blieben diesmal noch die Ausnahme. Swisscom/Vok Dams gewannen mit ihrem „Hopp Schwyz“ zurecht die Kategorie „Public Events“, weil ihnen die Einbindung von Youtube überragend gelang. Eine mutige Aktion, ein mutiger Kunde, doch hinken wir in Deutschland bei diesem Thema hinterher. T-Mobile und Heineken haben im relevanten Zeitraum 2009 ganz andere Beispiele von modernem Eventmarketing vorexerziert. Vok Dams hat wie auch 2008 mal wieder nur gut kopiert. Oder die anderen Agenturen haben einfach geschlafen.

Green Events, Nachhaltigkeit bei Events und Messen – diesmal Fehlanzeige, dabei wäre eine eigene Kategorie angezeigt. Dieser Apfel ist am Baum der Erkenntnis hängen geblieben. Und noch etwas – der Eintrittspreis von € 275,- plus MwSt. trotz Sponsoren-Leistungen von 1,3 Mio. Euro ist ein echter Sündenfall.

Geschrieben am 25.11.2010 von admin

Agentur-Rankings und andere Märchen

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Der ehemalige englische Premierminister Winston Churchill dokumentierte seine Lebensklugheit mit diesem Bonmot: „Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe.“ Das w&v-Ranking „Die Top-30-Agenturen für Live-Kommunikation 2009“ hätte Mr. Churchill bestimmt Spaß gemacht! Diese Umsatz-Rangliste hat von Anbeginn unter den Event-Agenturen für böses Blut gesorgt, wegen der Mitglieder den Verband FME sogar verlassen haben.

Ganz schön schwach auf der Brust – die methodischen Defizite

1. Vollständigkeit: Der schöne Schein trügt – was auf den ersten Blick so amtlich und objektiv aussieht, ist auf den zweiten Blick nur die halbe Wahrheit. Denn nur wer seine Zahlen der Arbeitsgemeinschaft aus w&v, HORIZONT und FME meldet, wird auch gelistet. Im Umkehrschluss, bedeutende Agenturen wie Triad, imagepeople, circ oder CB.e sind nicht dabei. Von 42 FME-Mitgliedern sind erstaunlicherweise nur 11 in der Rangliste vertreten.

2. Statistische Erhebung: Nirgendwo im begleitenden Artikel (w&v 18/2010) wird Live-Kommunikation definiert. Und auch die FME-Richtlinie zur Umsatzberechnung trägt nichts zur Aufklärung bei. Dafür wird man mit der Wortschöpfung Nettoroheinnahme bekannt gemacht, die BWL-Professoren überall in Deutschland aufhorchen lassen wird.

3. Gültigkeit: Man verweist darauf, dass nur geprüfte Umsatzangaben berücksichtigt werden. Im Kleingedruckten erfährt der geneigte Leser, dass bei 14 von 30 Agenturen das Testat bei Redaktionsschluss noch nicht vorlag. Allerdings, was kann ein Steuerberater anderes beurteilen als die rechnerische und bilanz-technische Korrektheit der Zahlen? Die sachlich-fachliche Zuordnung der Umsätze und Mitarbeiterzahlen ganz sicher nicht.

4. Plausibilität: Wir kommen zum Knüller des Ganzen, dem Unterschied zwischen Billings, also den Budget-Umsätzen, und dem Gross Income, dem eigentlichen Agentur-Umsatz. Betriebswirtschaftlich also der Deckungsbeitrag 1. Der Pro-Kopf-Umsatz einer Kommunikations-Agentur liegt in einer Bandbreite von 80.000 € bis 160.000 €. Das belegen die entsprechenden Rankings von w&v als auch veröffentlichte Bilanzen von z.B. Uniplan.

Eine Plausibilitätsrechnung, die auf den empfohlenen, selten durchsetzbaren, Honorarsätzen des FME basiert, käme zum gleichen Ergebnis. Denn es gilt zu berücksichtigen, dass nicht jeder Mitarbeiter ein Umsatzträger ist, dass von den Umsatzträgern nicht jeder ein Projektleiter, sondern auch Assistenten und Praktikanten darunter sind. Nicht jeder geleistete Agentur-Tag kann beim Kunden abgerechnet werden, zahlreiche Agenturtage gehen für (verlorene) Pitches drauf.

Wahr oder unwahr?

Von den 30 im aktuellen w&v-Ranking vertretenen Agenturen überschreiten 10 Betriebe den Pro-Kopf-Umsatz von 160.000 € so erheblich, dass Zweifel angebracht sind. Nun kann man einwenden, das liegt an der hohen Zahl von freien Mitarbeitern. Dies ist aber bei allen Kommunikations-Agenturen üblich. Die Pro-Kopf-Umsätze der etablierten Agenturen für Live-Kommunikation liegen 2009 alle im Normbereich (außer dem “Tabellenführer” aus Wuppertal und Uniplan, was an einer Fehlmeldung liegen muss). Außerdem machen sich Event-Agenturen gerne grösser als sie tatsächlich sind.

Wie laut darf geklappert werden?

Eine mögliche Erklärung für die merkwürdigen Zahlen ist die Vertauschung von Billings und Gross Income. Das ist nicht nur eine Täuschung des Lesers, sondern auch ein Verstoss gegen § 3 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk, aber da hört der Spass auf. Traurig ist die Mitwirkung des Agenturen-Verbandes FME als Treuhandstelle.

Geschrieben am 02.11.2010 von admin

Ein frischer Wind weht durch die Event-Portale

Seit Mai 2010 bereichert das Event-Portal eveos die Szene. Aufgeräumt, frisch und sympathisch ist der Look dieser BtoB-Plattform für Event-Dienstleistungen.

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Doch was ist anders, was ist neu? Die Betreiber setzen auf Transparenz und Nutzwert für die Veranstaltungsplaner in den Unternehmen und stellen Event-Pakete ins Schaufenster. Knackige Leistungsbeschreibungen mit einem Festpreis. Das ist eine klare Differenzierung zum Establishment von memo-media, MICE AG, guxme und eventmanager.de. Web 2.0 Applikationen wie Blog, Twitter und RSS sind bei eveos selbstverständlicher als andernorts.

Ein Schmankerl sind auch die Ausschreibungen, die Unternehmen platzieren können. Das ist für beide Marktparteien ein echter Service. Auch die Werbefreiheit fällt angenehm auf.

Kurzes Fazit des Portal-Vergleichs: der Abstand zum Marktführer memo-media ist gewaltig, aber die anderen Portale sollten aufpassen. Wenn der Branchenkatalog von eveos erst einmal gut gefüllt ist, dann bläst der Wind von vorn.

Geschrieben am 06.08.2010 von admin

Duisburg: die programmierte Katastrophe

Mit großer Betroffenheit habe ich die Ereignisse und Berichterstattung der LoveParade verfolgt. Ich habe versucht mir vorzustellen, in einer gigantischen Menschenmenge eingeklemmt zu sein, keine Luft mehr zu bekommen, ja Todesangst zu spüren….Vor großen Menschenmengen hatte ich immer enormen Respekt, man kann nicht umsichtig genug sein. Nun das…..Ich kenne diesen Tunnel, in dem man schon Panik bekommt, wenn man dort allein ist.

Ganz offensichtlich haben die Verantwortlichen gegen alle Regeln der Kunst, sprich der VersammlungsStätten-Verordnung, verstoßen. Ein Organisationsverschulden mit katastrophalen Folgen. Ein zu kleines und obendrein abgesperrtes Gelände, ein Nadelöhr als Zugang. Der gesunde Menschenverstand sagt einem schon, daß dies nicht funktionieren kann. Wie kann es zur Genehmigung kommen? Profitgier, falscher Ehrgeiz, Ignoranz……? Wer hat Druck ausgeübt? Bedenken vom Tisch gewischt? Kostprobe gefällig? tagesschau.de berichtet…

“Zudem befreie der Sachbearbeiter der Unteren Bauaufsicht im Duisburger Amt für Baurecht und Bauberatung in dem Dokument die Organisatoren von der Vorschrift, die vorgeschriebenen Breiten der Fluchtwege einhalten zu müssen. Außerdem verzichteten die Beamten auf Feuerwehrpläne. Das von “Spiegel online” zitierte Schriftstück vom 21. Juli 2010 mit dem Aktenzeichen 62-34-WL-2010-0026 trägt den Titel “Genehmigung einer vorübergehenden Nutzungsänderung”. Es richtet sich an die Berliner Lopavent GmbH als Veranstalter der Loveparade.”

Poltik und Veranstalter sind nicht nur juristisch, sonder auch moralisch verantwortlich. Die ganze Erbärmlichkeit zeigte sich bei der Pressekonferenz. Wie Kleine Jungs, die etwas Schlimmes angestellt haben, aber nicht den Mumm haben, es zuzugeben.

Duisburg lehrt uns, Aus- und Weiterbildung zur Veranstaltungssicherheit zu intensivieren.

Geschrieben am 01.08.2010 von admin