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The Great Pretender wird 75

vokdams3.thumbnail.jpgHeute wird er 75 Jahre alt, der Mann, der niemals lacht, zumindest auf Fotos. Happy Birthday Volkwart Dams.

Geschrieben am 16.05.2013 von admin

FAMAB-Qualitätskodex: Anspruch und Wirklichkeit

Im Sommer 2008 veröffentlichte der damalige FME (Forum Marketing-Eventagenturen), heute im FAMAB aufgegangen, ein Positionspapier, das nach innen, aber auch nach ein positives Signal setzen sollte. Dieses ‚Qualitätskodex‘ genannte Verbands-Statement, von einer Handvoll hochkarätiger Experten aus Agenturen und Wissenschaft mit viel Emphase und Sachverstand erarbeitet, weckte die schönsten Hoffnungen. Ein Leuchtturm der Verbandsarbeit, mit dem heute noch geworben wird. Auch der Autor war begeistert.

Eine Kommunikationsdisziplin beweist Haltung

Mit diesem Kodex hatten sich die Mitgliedsagenturen so etwas wie eine Verfassung gegeben: Ein Bekenntnis zu Werten und Normen, ein klares Verständnis vom eigenen Wert und Wirken, ein Muster an Transparenz, eine Selbstverpflichtung, ein Qualitäts-versprechen an die Kundschaft, eine Orientierung für Mitglieder und ihre Mitarbeiter. Ein Mission-Statement als Ergebnis von Reflexion auf hohem Niveau – Chapeau.

Einige Zitate als Beleg:

„Zugleich erfüllt diese umfassende und systematische Zusammenstellung obligatorischer Standards im Eventbereich auch eine dringend erforderliche Aufklärungsfunktion: Der Qualitätskodex weist die Auftraggeber auf spezifische methodische Eigenheiten und Leistungsmerkmale dieser Fachsparte hin und hilft ihnen, sich bei der Auswahl und beim Einsatz geeigneter Kommunikationsexperten in dieser vielschichtigen Branche zurechtzu-finden……Der FME-Qualitätskodex schafft Transparenz und Vertrauen und damit letztlich mehr Raum für Kreativität.“

„Zum Verständnis des vorliegenden FME-Qualitätskodexes ist es zweckdienlich, zwischen den folgenden drei relevanten Ebenen zu unterscheiden:

A. Die Leistungsfähigkeit bzw. das Potenzial der Agentur

FME-Agenturen legen offen und beschreiben die elementaren Merkmale ihrer Unternehmen, der Managementstruktur, Methoden, Menschen, Erfahrungen, Ausstattung, Ressourcen sowie der Partner und Netzwerke.

B. Der effektive Ablauf von Projekten

Initiativ für die ganze Branche zeigt der FME-Qualitätskodex hier beispielhaft ein Fünf-Phasenkonzept mit einer einheitlichen Begrifflichkeit auf, das die zielgerichtete Koordination und Steuerung aller Kontakte mit den Kunden (Veranstaltern) und deren Kunden (Teilnehmerzielgruppen) abbildet. Die eigentliche Optimierung besteht in der unmittelbaren Nachvollziehbarkeit, Überprüfbarkeit und Wiederholbarkeit der einzelnen Projektphasen vor, während und nach dem Projekt.“

Abgerundet wurde das Dokument durch ein Glossar und zahlreiche Schaubilder. Zu Recht war man damals sehr stolz. Wegen der positiven Außenwirkung unterzeichneten dieAgentur-Chefs den Qualitätskodex demonstrativ, was scheibchenweise per Pressemitteilung kundgetan und auf der FAMAB-website veröffentlicht wurde. Einer derjenigen, die den Kodex nicht unterzeichneten, war der damalige FME-Präsident Volkwart Dams. Man kennt das aus internationalen Verträgen, die zwar feierlich beschlossen, aber dann einzel-staatlich nicht ratifiziert werden.

Nun ist die Ära Dams im Verband zu Ende und seit einiger Zeit ein neuer Vorstand am Ruder, dessen Tatkraft spürbar und dessen Stoßrichtung begrüßenswert ist. Eine neue Regierung pflegt zu Beginn ihrer Amtszeit immer einen Kassensturz zu machen. Im Falle des Qualitätskodex hat sich der Autor die Freiheit genommen, dies anstelle des Vorstands zu übernehmen.

Der FAMAB-Qualitätskodex: zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Die selbst aufgestellten Kriterien (vgl. Spaltenüberschriften) wurden für einen halbwegs repräsentativen Querschnitt der Mitglieder anhand ihres Internet-Auftritts überprüft. Vertreten sind  große und kleine Agenturen, aus verschiedenen Regionen, Messebau-Firmen und die Unternehmen von einigen Präsidiumsmitgliedern (gekennzeichnet mit einem P). Geprüft wurde nur das Vorhandensein von Informationen, die in der Präambel des Kodex verpflichtend versprochen werden. Es muß eingeräumt werden, daß  z.B. Nachhaltigkeit oder Projektmanagement praktiziert werden kann, aber auf der website nicht erwähnt wird. 

Das Kriterium der Gesetzestreue wurde bei allen untersuchten Firmen als gegeben unterstellt. Einzige Ausnahme: VOK DAMS, da permanent gegen das UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) verstoßen wird (wahrheits-widrige Behauptung: „weltweit erstes und einziges Institut für Live-Marketing“).

 

 

Nachhaltigkeit

 

Management/

Mitarbeiter

Methoden/

Tools

 

Referenzen

Projektmanagement/
Qualitätsmanagement

VOK DAMS

 

Nein

 

Nein

Nein

Ja

nein

Uniplan

 

nein

 

Ja

Nein

Ja

nein

Pommerel

 

Ja

 

Ja

Ja

Ja

Nein

Concept X

 

Nein

 

Ja

Ja

Ja

Nein

pro event (P)

ja

 

ja

ja

Ja

nein

marbet

 

Nein

 

Ja

Ja

Ja

ja

Ereignishaus

 

Nein

 

Ja

Nein

Ja

nein

Eventuality

 

Nein

 

Ja

Nein

Ja

Nein

Joke Event

 

Ja

 

Ja

Nein

ja

Nein

von Hagen (P)

Ja

 

Ja

Ja

Ja

Ja

Ambrosius (P)

Nein

 

z.T.

Nein

Ja

ja

Atelier Türke (P)

Nein

 

Ja

Nein

Ja

nein

Das Ergebnis ist ernüchternd: von den 12 untersuchten Mitgliedern erfüllt nur der Messe-baubetrieb von Hagen sämtliche selbst auferlegten Informationspflichten – als Präsident des FAMAB somit ein leuchtendes Vorbild. Als nachahmenswert in Klarheit und Vollständigkeit des Informationsangebotes präsentieren sich die Agenturen marbet, Pommerel und pro event.

Düster sieht es dagegen bei VOK DAMS aus: Diese website repräsentiert ein Musterbeispiel an Verwirrung, Verwirrtheit und  Intransparenz, nicht nur im Sinne der vom Qualitätskodex verlangten Informationen.

Fazit: Haltet den Dieb!

Seit kurzer Zeit ist der Original-Qualitätskodex von 2008 aus dem Verkehr gezogen und durch ein zweiseitiges lapidares Papier ersetzt worden. Die alten Informationsverpflichtungen sind jedoch direkt und indirekt übernommen worden. 

Was ist passiert? Waren die Agenturen zu mutig oder zu fortschrittlich? Sind sie im Rahmen der Neustrukturierung des Verbandes zurück gepfiffen worden? Oder ist es das heimliche Eingeständnis, daß man die eigenen Ansprüche nicht erfüllen kann, z.B. in Sachen Projektmanagement? Dazu müßte man die Mitarbeiter ja schulen. Das kostet bekanntlich Geld und Zeit.

Bedauerlicherweiseverdient der FAMAB-Qualitätskodex seinen Namen nicht (mehr) – verstümmelt, verwässert und ohne Relevanz bei den Mitgliedern.

Hier geht es zum fme-qualitaetskodex_2008-06-11 von 2008.

Geschrieben am 03.05.2013 von admin

Umfrage zu den Bezeichnungen für unser Metier

Gemeinsam mit dem eveos blog habe ich im März 2013 eine Umfrage durchgeführt und verschiedene Fachbegriffe zur Abstimmung gestellt. Mit welcher Bezeichnung identifizierten sich die rund 260 Teilnehmer am meisten? Hier das Ergebnis

Grafik-Umfrage-Event-Begriffe.jpg

Live-Kommunikation ist der eindeutige Favorit, ein Begriff, der sich in der Praxis schon länger durchgesetzt hat und sich in einigen Agentur-Positionierungen wiederfindet.

Ein empfehlenswertes Fachbuch trägt dies auch im Titel: ‚Live Communication Management‘ von Prof. Manfred Kirchgeorg, Christiane Springer und Christian Brühe.

Auf Platz 2 Eventmarketing ein eher akademischer Begriff, der in jedem guten Marketing-Lehrbuch steht.

Auf Platz 3 Live-Marketing – benutzen einige wenige Agenturen zur Positionierung. Dies ist ein semantisch unsinniger und marketing-fachlich falscher Begriff. LIVE können Werbung oder Kommunikation sein, nicht aber Marketing!

Auf dem letzten Platz: KommunikationDirekt den sich Volkwart Dams ausgedacht hat, zu dem von meiner Seite alles gesagt ist. Und ein Begräbnis erster Klasse

sarg-c-495x350.jpg

Geschrieben am 03.04.2013 von admin

Der Etikettenschwindel

Buchcover_Vok_Dams_300x300-150x150.jpgNeues aus Wuppertal: ’50 Jahre KommunikationDirekt‘ lautet der Titel des neuen Buches von Volkwart Dams. Man reibt sich die Augen, habe ich eine Erinnerungslücke oder hatte ich gar einen Filmriß? Oder ist Herr Dams einfach nur ein Schlawiner oder eher ein Scharlatan?

Wahrscheinlich beides, aber ganz sicher ein falscher Prophet. Die Firmengeschichte etikettiert er flugs um zur Geschichte der Event-Branche. Der Leser merkt es erst nach einer Weile. Sein Glaubensbekenntnis heißt ‚KommunikationDirekt‘. En passant entdeckte er 1962 dieses Findelkind der Marketing-Kommunikation und hat es sofort adoptiert. Das ganze Buch und was ich darüber denke finden Sie hier

Geschrieben am 16.02.2013 von admin

Trau keinem über 30

Vor 30 Jahren, am 1. Februar 1983, betrat ich die Bühne meines Berufslebens. Der Dortmunder Verlag Harenberg plante eine Großveranstaltung in der Westfalenhalle und meine Rolle hieß ‚Organisator‘.

Es folgten weitere Engagements: geschäftsführender Gesellschafter einer LaserShow-Company in Köln, Mitglied der Geschäftsleitung der kogag in Solingen. Das Fach wechselte: Geschäftsführer, Projektleiter, Creative Director, Unit Director. Nunmehr seit fast 11 Jahren bin ich Berater, Dozent und Autor für alles, was mit Event zu tun – ich kann schließlich nichts anderes.

Ernsthaft: unter dem Markenzeichen EventCampus berate ich Agenturen, Messebau und Eventdienstleister zu den Themen Marketing, Strategie und Personal. Die überwiegende Zeit verbringe ich als Kopfjäger, was recht martialisch klingt, daher bevorzuge ich Menschen-fischer.

Mein Herz schlägt immer noch für die Markeninszenierung, daher unterrichte ich dieses Fach und schreibe nebenher ein Buch über Konzeptionslehre. Was mich mit Stolz erfüllt, sind weniger Leistungen und Erfolge, sondern ein Zeitzeuge zu sein. Eventmarketing zählt immer noch zu den Jungen Wilden, mit einem unendlichen Potential, mit faszinierenden Möglich-keiten, Marken und Botschaften in Szene zu setzen. Und ich war fast von Anfang an dabei. Und ein extrem wißbegieriger Autodidakt.

Geschrieben am 02.02.2013 von admin