Job-Wechsel und andere Abenteuer – Episode 49
Wenn der Zauber verflogen ist
“We are Ladies and Gentlemen serving Ladies and Gentlemen.” Alina ist total geflasht vom Motto des Grand Hotel, das sie gerade im Internet besucht hat. Es rühmt sich als „magische Mischung aus Wärme, Charme und ewiger Jugend. Ein einzigartiges Vermächtnis lebendiger Kultur in der Weltkulturerbe-Stadt Baden-Baden.“
Schon im vorletzten Schuljahr war Alina wild entschlossen, in einem Luxus-Hotel zu arbeiten. Also machte sie dort nach Abschluss der Schule eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Während dieser Zeit entdeckt sie ihre Vorliebe für Cocktails. Sie wird eine richtige Expertin und daher als Urlaubsvertretung in der Bar eingesetzt, allerdings nur in der Tagschicht. Ihr großes Vorbild ist Maria Gorbatschova, die in 2024 zur besten Bartenderin Deutschlands gekürt wurde. Alina füttert täglich ihre Instagram-Story und ist der Star in ihrer Berufsschulklasse.
Nach der Ausbildung wird sie Barkeeper, weil sie ihren Sehnsuchtswunsch sehr überzeugend vertritt. In der Personalabteilung ist man allerdings unsicher, ob Alina nicht zu jung ist und vereinbart daher als Kompromiss eine spezifische Probezeit.
Nun beginnt für unsere junge Heldin die harte Realität. In der Ausbildung wurde sie leider nicht vorbereitet auf ihre Rolle als Gastgeberin: Beratung der Gäste, die Sorge für eine angenehme Atmosphäre und eine gepflegte Konversation. Mit der Zeit tut sich Alina schwer mit den unregelmäßigen Arbeitszeiten und dem nicht planbaren Dienstende. Wie komplimentiert man die letzten Gäste nach Ende der Öffnungszeit hinaus?
When I was younger, so much younger than today, I never needed anybody’s help in any way. But now these days are gone, I’m not so self-assured, now I find I’ve changed my mind and opened up the doors.(The Beatles „Help“)
Das Ende der Illusionen ist nach einem halben Jahr erreicht, Alina kapituliert und suchtdas Gespräch mit der Personalabteilung. Dort ist sie ziemlich kleinlaut und bittet um Versetzung in eine andere Abteilung, was man ihr gern erfüllt.
„An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser.“ (Charlie Chaplin)
Darauf baut auch Christiane, die von Manuel schon lange die Zusage hat, ein modernes Personalwesen einzuführen. Außerdem fühlt sie sich mit reiner Personalverwaltung schon lange unterfordert. Sie will endlich ihre Ideen umsetzen. Beim Patriarchen Bernd stößt sie auf Granit, was sie zunehmend zermürbt.
Wochen später trifft Florian zufällig einen alten Schulfreund. Sie tauschen sich aus. „Was, Du organisierst Messen? Du hattest doch immer von einem Bauernhof geträumt. Was ist passiert?“ „Mich hat der Mut verlassen. Und Saskia hätte nicht mitgezogen.“ Ein paar Tage später sehen Florian und Saskia zufällig eine Folge der Doku-Soap Raus aufs Land. Gezeigt werden mutige Menschen aus verschieden Regionen und ihren Neuanfang auf dem Land. Sie stellen sich großen Herausforderungen, erleben Rückschläge, aber auch besondere Erfolge und finden neuen Lebensmut.
Ein Konflikt im Arbeitsalltag ist wie ein Gewitter – laut und unangenehm, aber danach ist die Luft wieder rein. Mobbing hingegen ist ein zermürbender Dauerregen, der Dich Tag für Tag durchnässt. Bossing nennt man das Mobbing durch Vorgesetzte. Dies ist die Geschichte von Yvonne, die als Produktmanagerin mit Schwerpunkt Einkauf bei einem Non-Food-Caterer in Saarbrücken arbeitet.
Sie war landesweit die Jahrgangsbeste bei der IHK-Prüfung und hat danach berufsbegleitend ihren Bachelor in Personalmanagement gestemmt. Konstanze ist mehr als beförderungsreif. Jeder würde dem zustimmen, nur die Geschäftsführung hat sie nicht auf dem Radar. In Meetings ist sie hoch konzentriert, ihre Beiträge haben Hand und Fuss. Im Mittelpunkt steht aber meist Michael, halb so schlau, dafür ein lustiger Typ, der alle zum Lachen bringt. Und es geschickt versteht, der Geschäftsführung zu schmeicheln.
WIR SUCHEN DICH ruft mir das Plakat vom Straßenrand zu. Ich weigere mich: „Das muss ein Missverständnis sein, ich bin kein CNC-Dreher, sondern ein Headhunter.“ Reise zurück in das Jahr 1979 mit dem Titelsong von
Dominik sitzt mit einem langen Gesicht in der Havanna Bar im Herzen von Ingolstadt. Nach der ersten Woche in der Presseabteilung des ansässigen Automobilkonzerns fragt er sich, ob sein Job-Wechsel nicht etwas leichtfertig gewesen ist, ob er sich nicht zu sehr hat blenden lassen vom Glamour einer großen Marke.